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Snooker

Snooker gehört zu den Pool-Billard-Spielen. Sein Name erklärt sich aus dem englischen Wort "snookered". Das Spiel bietet die Möglichkeit, dass man seinem Gegner auch in den Situationen, wo nicht mehr genug Punkte auf dem Tisch liegen, den sicher geglaubten Sieg noch entreißen kann. Dazu muss man "nur" die weiße Kugel (Stoßkugel/Spielball) so zu verstecken, dass der Gegner nicht mehr regelgemäß spielen kann und damit Strafpunkte erhält, die einem selbst gutgeschrieben werden. Damit wurde der Gegenspieler "snookered", was auch soviel bedeutet, wie jemanden eine Nase drehen, ihn austricksen.

Gespielt wird mit 21 Kugeln, bestehend aus 15 roten, einer schwarzen, einer rosa (pink), einer blauen, einer braunen, einer grünen, einer gelben und einer weißen Kugel. Die "Weiße" ist die Stoßkugel. Alle Kugeln außer der weißen und den roten heißen einfach die "Farbigen". Es gibt vor Spielbeginn eine vorgeschriebenen Kugelaufbau. Die 15 "Roten" werden im Dreieck dicht an dicht so aufgebaut, daß die Kugel an der Spitze, so nahe wie möglich an der "Pink" liegt, ohne diese zu berühren. Auch die Plätze der anderen "Farbigen" sind genau festgelegt. Die Spielfläche auf dem Snooker- Tisch ist im Vergleich zu anderen Billard- Versionen riesig: 3,56m x 1,78m:

                          Englischer Snookertisch
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 |               11'8.5"                                   |              ^  |
 |<--------------------------------------------------------+--------------+->|
 |                        Pink-Ball auf dem Pyramiden-     |              |  |
 |                        Punkt in der Mitte zwischen      |              |  |
 |    35.125"             Mittelpunkt und der              |Gelb          |  |
K|<----------------->|    Kopfbande                       
o .            |  |F
o|                   |   /                                 |    . 11.5"R  |  |u
p| 12.75"   
o       |  /                                  |   / .        |  |ß
f|<---->|   
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o  o  o o                 o             Braun o      .     5'10"|a
a|      ^   
o  o  ^                    \                  |   Das        |  |n
n|      |   
o     |                     \Blauer Ball auf  |   "D"        |  |d
d|      |           \                     dem Mittelpunkt  |  .           |  |e
e|      |            \                                    
o              |  |
 |      Schwarzer     Roter Ball an der Spitze             |Grün          |  |
 |      Ball          des Dreiecks, direkt                 |              |  |
 |                    hinter dem Pink-Ball                 |  Trennlinie  |  |
 |                    (ohne ihn zu berühren)               |<---29"-------+->|
 |                                                         |              v  |
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Jedes Mal, wenn ein Spieler an den Tisch kommt, muss er mindestens eine Rote treffen, um einen gültigen Stoß zu erzielen. Ziel ist jedoch, den roten Ball zu versenken, d.h. in eine der sechs Taschen zu spielen. Gelingt ihm das nicht, spielt der Gegner aus der Position der Weißen weiter. Schafft er es, muss als nächstes eine Farbige angespielt und wenn möglich versenkt werden. Damit spielt man immer Rot - Farbe - Rot -Farbe.. bis ein Fehler der Aufnahme, hier "Break" genannt, ein Ende setzt.

Die roten Bälle bringen beim Versenken je einen Punkt und bleiben in den Taschen, die farbigen Kugeln haben unterschiedliche Werte und werden nach jeder Versenkung vom Schiedsrichter wieder auf den Tisch gesetzt. Die Werte der Farbigen sind: Gelb- 2, Grün- 3, Braun- 4, Blau- 5, Pink- 6 und Schwarz- 7 Punkte. Damit spielt man dann optimal, wenn die Serie Rot- Schwarz- Rot- Schwarz . .lautet. Gelingt einem das von A-Z, spricht man von einem "Maximum Break" gleich 147 Punkte. Nur absolute Spitzenspieler sind in der Lage, das zu schaffen und das auch ganz, ganz selten.

Wenn alle Roten vom Tisch sind, ändert sich das Verfahren: Jetzt bleiben auch die farbigen Bälle in den Taschen, so dass im günstigsten Fall am Ende nur noch die Weiße auf dem Tisch verbleibt. Solange noch "Rote" im Spiel sind, muss der Spieler auf Anfrage des Schiedsrichter die Kugel, die er spielen will, ansagen. Ist diese Kugel beispielsweise "blau" - , dann ist der Spieler "on blue". Er spielt diese an, berührt beispielsweise danach mit der "Weißen" die "Schwarze", und die "Weiße" fällt in die Tasche. Das Ergebnis ist Foul (der Spielball darf nicht in die Tasche fallen). Als Strafe für den Verursacher werden seinem Kontrahenten so viele Punkte gutgeschrieben, wie der Wert der höchstwertigsten beteiligten Kugel beträgt. In diesem Fall sind das sieben Punkte, dem Wert der schwarzen Kugel.

Ist nach einem Foul der Spieler "snookered" in bezug auf alle "Roten", darf er eine "Farbige" (genannt Freeball) benennen und sie anstelle einer "Roten" anspielen und versenken. Eine Besonderheit gibt es auch, falls nach einem Stoß der Spielball so liegen bleibt, dass er eine rote Kugel berührt. Der Schiedsrichter vermerkt "Press" oder “touching balls” und der nächste Spieler muss lediglich die beiden Kugeln trennen, um regelgerecht zu spielen.

Sollte einmal die Situation auf dem Tisch so schwierig sein, dass der Spieler nur mit Mühe die Mindestaufgabe bewältigen kann, so ist die Lage doppelt schwierig. Einerseits muss er eine rote Kugel treffen, andererseits sollte der Spielball nach dem Stoß so liegen bleiben, dass dem Gegner das Weiterspielen möglichst schwer gemacht wird. In dieser Zwickmühle passiert es oft, dass vor lauter Eifer, den Spielball in sichere Regionen (meist in die Nähe der Fußbande) zu bringen, der anvisierte rote Ball nicht getroffen wird. In diesem Fall gibt es nicht nur ein Foul, das dem Gegner vier Punkte (die Minimalstrafe) einbringt. Darüber hinaus verhängt der Schiedsrichter oft ein "Miss", was bedeutet, dass der Spieler nach Meinung des Schiedsrichters unnötig kompliziert (z. B. um den Zielball möglichst dünn zu treffen) gespielt hat. Dann darf der Gegner sogar entscheiden, ob er die Lage auf dem Tisch übernimmt oder vom Foulverursacher eine Wiederholung des Stoßes verlangt. Im letzteren Fall wird vom Schiedsrichter eine gewaltige Gedächtnisleistung verlangt, denn er muss alle Kugeln wieder so wie vor dem misslungenen Stoß aufbauen!

Es gibt einige Abweichungen von den allgemeinen Pool-Billard-Regeln. Zum Beispiel soll sich der Gegner nicht im Blickfeld des Spielers bewegen oder stehen. Sogenannte Durchstöße und Sprungstöße sind verboten. D. h. wenn die Weiße mehrfach berührt wird oder die Queuespitze an der Weißen verbleibt, wenn diese sich in Bewegung gesetzt hat, wird als Durchstoß bezeichnet. Von Sprungstößen spricht man, wenn die Weiße über andere Kugeln springt. Dafür gibt es Strafen. Mit Ausnahme von zwei Roten dürfen nie zwei Kugeln gleichzeitig angespielt und versenkt werden. Das Regelwerk nennt 18 Fouls und ihre Bestrafung.

In Großbritannien hat Snooker den Stellenwert wie hierzulande allenfalls Fußball, demzufolge sind fast alle Spitzenspieler dieser Welt auch in England, Schottland, Wales oder Irland zu Hause - allerdings mit einer starken Tendenz zu chinesischen Akteuren. In den 1990er Jahren wurde die Weltrangliste von Stephen Hendry dominiert, es ist absolut phantastisch, was dieser Mann am Snookertisch fertig bringt. Leider hat er 1998 nach sieben Jahren an der Spitze der Weltrangliste den  Weltmeistertitel verloren und - zum allgemeinen Bedauern der Snooker-Welt - während der WM 2012 seinen Rücktritt erklärt.

Die Ermittlung der Weltrangliste ändert sich immer mal wieder:
Früher wurde diese lediglich einmal im Jahr (nach der WM Ende April) aktualisiert. Zwischendurch gab es nur “provisorische” Listen (Provisional Ranking) mit den Veränderungen durch die Weltranglisten-Turniere.
Seit 2010/2011 wird auch die offizielle Weltrangliste mehrfach im Jahr nach den großen Turnieren angepasst. Damit wird die Setzliste für anstehende Turniere besser dem aktuellen Leistungsniveau der Spieler angepasst. Nach wie vor sind aber die erreichten Weltranglistenpunkte der letzten zwei Jahre maßgebend - einmalige Spitzenplatzierungen werden so “ausgemittelt”.
Ab der Saison 2014/2015 wird nun die Geldrangliste eingeführt, die die bisherigen Punkte-Listen ersetzt - die Kommerzialisierung des Gentleman-Sports schreitet voran.

Die Fernsehsender sehen offensichtlich für Snooker kein ausreichendes Interesse in Deutschland, es wurde nur sporadisch darüber berichtet - und wenn, dann waren es nur Aufzeichnungen. Glücklicherweise schließt Eurosport mit der World Professional Billiards and Snooker Association seit etwa dem Jahr 2000 regelmäßig Verträge über Senderechte ab. Mittlerweile werden alle Turniere der Main-Tour und weitere meist live übertragen.


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Aktualisiert
V. 92
Montag, 13. Juni 2016 

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